Die Frage, die immer mitlief

Bei der Hautärztin bekam das Ganze einen Namen: molluscum contagiosum. Das Wort „ansteckend“ steckt schon darin. Von da an war die Frage für mich ständig da, bei jeder Berührung, zu Hause wie unterwegs.

Eine klare Antwort zu finden, war schwieriger als gedacht. Viele Seiten nennen Zahlen, ohne zu sagen, woher sie kommen. Hier fasse ich zusammen, was ich in Quellen gelesen habe, die ich für seriös halte. Die Links stehen im Text und am Ende des Artikels. Bitte lies dort selbst nach.

Zwischen Ansteckung und erstem Knötchen

Laut DermNet, einem Nachschlagewerk zu Hautkrankheiten aus Neuseeland, liegen zwischen Ansteckung und sichtbarem Knötchen oft etwa zwei Wochen, es können aber bis zu sechs Monate sein.

Diese Spanne hat mich lange beschäftigt. Sie bedeutet, dass man oft nicht nachvollziehen kann, wann und wo man sich angesteckt hat. Und sie bedeutet auch: Eine neue Stelle heute kann auf einen Kontakt zurückgehen, der schon Wochen oder Monate zurückliegt.

Ob man in dieser Zeit, in der noch nichts zu sehen ist, schon ansteckend ist, dazu habe ich in meinen Quellen keine klare Aussage gefunden. Deshalb schreibe ich dazu auch nichts weiter.

Ansteckend, solange Knötchen da sind

Beim nordirischen Gesundheitsportal nidirect habe ich gelesen, dass nicht genau bekannt ist, wie lange man mit Dellwarzen ansteckend ist. Man geht dort aber davon aus, dass die Ansteckungszeit bis zum Verschwinden der letzten Stelle dauern kann.

Für mich war das eine ernüchternde Information. Bei einem kurzen Verlauf geht es um ein paar Wochen oder Monate. Bei mir waren es zwei Jahre, in denen immer wieder neue Stellen dazukamen. Zwei Jahre, in denen ich das Gefühl hatte, auf alle um mich herum aufpassen zu müssen.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC schreibt, dass die Knötchen meist innerhalb von sechs bis zwölf Monaten verschwinden, dass es aber auch länger dauern kann. In einer britischen Studie mit über 300 Kindern dauerte es im Durchschnitt gut 13 Monate, bis keine Stellen mehr zu sehen waren. Wie lange es bei einem selbst dauert, kann also niemand sicher vorhersagen.

Wie das Virus weitergegeben wird

Nach dem, was ich bei der CDC gelesen habe, wird das Virus über Hautkontakt mit einer betroffenen Person weitergegeben. Möglich ist es auch über Oberflächen und Gegenstände, die eine betroffene Person berührt hat. In Gesundheitsquellen wie der CDC und dem NHS werden dabei immer wieder Handtücher und Kleidung genannt.

Die Mayo Clinic beschreibt außerdem, dass man das Virus durch Kratzen oder Reiben auf benachbarte Hautstellen am eigenen Körper übertragen kann.

Bei der Mayo Clinic habe ich außerdem gelesen, dass bei Erwachsenen eine Übertragung auch beim Sex möglich ist. Wie ich in dieser Zeit mit Nähe umgegangen bin, steht im Artikel Dellwarzen und Nähe.

Wie leicht das Virus im engen Zusammenleben weitergegeben werden kann, zeigt eine britische Studie mit Kindern: Dort hat es sich oft auf andere Kinder im selben Haushalt übertragen.

Gleichzeitig habe ich in keiner Quelle gelesen, dass man Betroffene deswegen vom Alltag fernhalten soll. Die Quellen klingen hier viel ruhiger, als ich mich damals gefühlt habe.

Was die Quellen zum Alltag schreiben

Ein paar Punkte tauchen in den Gesundheitsquellen immer wieder auf:

  • Die CDC schreibt, dass Kinder mit Dellwarzen nicht von Kita oder Schule ferngehalten werden müssen.
  • Für Stellen, die nicht von Kleidung bedeckt sind, nennt die CDC dort ein Pflaster, besonders bei engem Kontakt oder beim Sport.
  • Der NHS rät, Handtücher, Kleidung und andere persönliche Dinge nicht mit anderen zu teilen.
  • Die American Academy of Dermatology rät vom Kratzen und Drücken an den Knötchen ab, weil sich das Virus so verteilen kann.

Ich gebe das nur wieder, wie ich es gelesen habe. Was für dich persönlich gilt, klärst du am besten ärztlich.

Wie sich das für mich angefühlt hat

Die Frage nach der Ansteckung hat mich sehr belastet. Ich habe meine Handtücher getrennt, desinfiziert und Berührungen vermieden. Auf Urlaub habe ich verzichtet, wegen der Hotelhandtücher und anderer Dinge, die viele Menschen nutzen. Und weil immer wieder neue Stellen dazukamen, gab es lange kein Ende, an dem ich hätte durchatmen können.

Ich habe manche Verabredungen abgesagt, Sport und Schwimmbad ausgelassen und mich zurückgezogen. Ich wollte niemandem erklären, was mit meiner Haut los ist, und auf keinen Fall jemanden anstecken. Außer der Person, mit der ich zusammengelebt habe, habe ich niemandem davon erzählt. Das hat mich noch einsamer gemacht.

Mit etwas Abstand sehe ich, dass ich damals vor allem aus Unsicherheit gehandelt habe. Hätte ich früher gewusst, wie ruhig seriöse Gesundheitsquellen über das Thema schreiben, hätte mir das vielleicht etwas von diesem Druck genommen. Was beim Sport und im Schwimmbad in den Quellen steht, habe ich im Artikel Schwimmbad, Sport, Sauna zusammengetragen.

Über die Ansteckung habe ich auch mit meiner Hautärztin gesprochen. Das war mir wichtig, weil ich niemanden anstecken wollte, vor allem nicht die Person, mit der ich zusammengelebt habe.

Was ich heute weiß

Eine genaue Zahl, wie lange Dellwarzen ansteckend sind, gibt es nach dem, was ich gelesen habe, nicht. Die Quellen orientieren sich an den sichtbaren Knötchen. Die CDC schreibt außerdem, dass man sich im Laufe des Lebens mehr als einmal anstecken kann. Mehr dazu steht im Artikel Können Dellwarzen wiederkommen?.

Wenn du unsicher bist, ob es überhaupt Dellwarzen sind und was das für deinen Alltag bedeutet, kann ein ärztliches Gespräch Klarheit bringen.

Nach zwei Jahren war es bei mir vorbei. Ob das Zufall war? Ich weiß es nicht. Wie es dazu kam, erzähle ich in meiner Geschichte.