Eigentlich tun sie nicht weh
In fast jeder Beschreibung steht, dass Dellwarzen meistens nicht wehtun. Kleine, feste Knötchen, hautfarben bis perlmuttartig glänzend, mit einer Delle in der Mitte. So habe ich es überall gelesen.
Seltener liest man, dass die Haut drumherum trotzdem gereizt sein kann. Die Mayo Clinic schreibt, dass die Knötchen in manchen Fällen jucken und rosa sein können. Das hat mir gezeigt, dass „harmlos“ und „unauffällig“ nicht dasselbe sind.
Dieser Artikel ist keine Anleitung. Ich gebe wieder, was ich gelesen habe. Was eine gerötete Stelle bei dir bedeutet, kann nur eine Ärztin oder ein Arzt beurteilen.
Bei mir haben die Stellen immer mal wieder gejuckt, aber nicht immer. Gerötet waren sie dagegen oft, manchmal sehr stark. Ob das von den Dellwarzen selbst kam oder auch von den vielen Dingen, die ich ausprobiert habe, weiß ich bis heute nicht.
Was ich über das Ekzem rund um Dellwarzen gelesen habe
Bei DermNet, einem Nachschlagewerk aus Neuseeland, habe ich gelesen, dass sich um Dellwarzen herum häufig eine Hautentzündung bildet. Die Haut wird dann rosa, trocken und juckt. In der Fachsprache heißt das manchmal Molluscum-Dermatitis.
Das Melbourne Sexual Health Centre schreibt in seiner Behandlungsleitlinie, dass etwa jeder zehnte Erwachsene ein Ekzem rund um die Stellen entwickelt und dass dieses mit dem Abheilen der Dellwarzen wieder zurückgeht.
Ich fand es beruhigend, dass es dafür überhaupt einen Namen gibt. Gereizte Haut macht schnell den Eindruck, dass alles schlimmer wird. Ob das tatsächlich so ist, lässt sich von außen aber nicht sagen.
Neurodermitis, empfindliche Haut und Reizungen
DermNet beschreibt außerdem, dass Dellwarzen bei Kindern mit Neurodermitis häufig zahlreicher sind und länger bleiben. Als Grund wird die geschwächte Hautbarriere genannt.
Die American Academy of Dermatology nennt eine chronische Hauterkrankung wie Neurodermitis als eine der Situationen, in denen eine Behandlung empfohlen werden kann. Ob und wie, ist eine ärztliche Entscheidung. Ich gebe das nur wieder.
Zu Erwachsenen mit Neurodermitis habe ich weniger gefunden. Die meisten Studien beschäftigen sich mit Kindern, weil Dellwarzen bei ihnen am häufigsten sind.
Warum Juckreiz alles schwieriger macht
Juckreiz verleitet zum Kratzen. Und Kratzen ist genau das, wovor die Quellen immer wieder warnen.
Laut der Mayo Clinic kann Kratzen das Virus auf andere Hautstellen am eigenen Körper bringen. So können neue Stellen entstehen, und der Verlauf kann sich verlängern. Mehr dazu steht im Artikel Dellwarzen und Kratzen.
Diesen Kreislauf finde ich besonders zermürbend. Die Haut juckt, man weiß, dass man nicht kratzen sollte, und gleichzeitig denkt man an kaum etwas anderes. Gerade abends und nachts kann das viel Kraft kosten.
Zu Hausmitteln gegen Juckreiz habe ich in Foren sehr viel gelesen, in seriösen Quellen dagegen kaum etwas. Deshalb gebe ich hier nichts davon wieder. Was bei gereizter Haut infrage kommt, gehört in ein ärztliches Gespräch.
Wenn sich Dellwarzen entzünden: das BOTE-Zeichen
Beim Lesen bin ich auf das sogenannte BOTE-Zeichen gestoßen. Die Abkürzung steht für „beginning of the end“, also den Anfang vom Ende. Ein Fallbericht aus dem Jahr 2025 beschreibt, dass sich Dellwarzen kurz vor dem Abheilen oft röten, anschwellen oder entzünden. Das wird dort als Reaktion des Immunsystems beschrieben.
Das klingt fast tröstlich. Ich gebe es trotzdem nur mit Vorsicht wieder. Eine Rötung kann auch andere Ursachen haben. Was dahintersteckt, kann ich selbst nicht unterscheiden, und das lässt sich auch nicht anhand eines Erfahrungsberichts klären. Ob so etwas bei mir eine Rolle gespielt hat, kann ich nicht beurteilen.
Wann die Quellen eine ärztliche Abklärung nennen
Nach dem, was ich gelesen habe, gehören Hautveränderungen ärztlich angeschaut, wenn zum Beispiel:
- sich Stellen entzünden, stark röten oder schmerzen,
- Stellen am oder in der Nähe des Auges auftreten,
- du nicht sicher bist, ob es überhaupt Dellwarzen sind,
- sehr viele oder ungewöhnlich große Stellen entstehen,
- dein Immunsystem geschwächt ist.
Diese Punkte sind mir in den Quellen immer wieder begegnet, etwa beim NHS und bei gesund.bund.de. Die Liste ist nicht vollständig und ersetzt kein Gespräch in einer Praxis. Mehr dazu steht im Artikel Mit Dellwarzen zum Arzt.
Die American Academy of Dermatology nennt außerdem Knötchen, die sehr stark stören, als eine der Situationen, in denen eine Behandlung empfohlen werden kann. Für mich heißt das: Auch eine große Belastung im Alltag ist ein Grund, mit einer Ärztin oder einem Arzt zu sprechen, nicht nur ein medizinisches Warnzeichen.
Was ich daraus mitnehme
Unsicherheit hat mich die ganzen zwei Jahre begleitet. Jede Veränderung an der Haut hat neue Fragen ausgelöst. Kontrolliert habe ich meine Haut vier- bis fünfmal am Tag.
Dellwarzen sind meist harmlos, aber nicht immer unauffällig. Juckreiz und Rötungen können dazugehören, und sie verunsichern. Für mich war es wichtig zu wissen, dass es dafür Namen und Erklärungen gibt. Und gleichzeitig, dass ich selbst nicht beurteilen kann, was im Einzelfall dahintersteckt.
Nach zwei Jahren war es bei mir vorbei. Ob das Zufall war? Ich weiß es nicht. Wie es dazu kam, erzähle ich in meiner Geschichte.