Wie es bei mir anfing

Am Anfang waren es ein paar kleine rote Knötchen. Ich habe ihnen keine große Bedeutung beigemessen und gehofft, dass sie von allein verschwinden.

Ich habe die Knötchen zuerst für Pickel gehalten, auch an normale Warzen habe ich gedacht. Als sie nicht weggingen, dachte ich an einen Pilz und habe mir sogar eine Creme dagegen gekauft. Erst ungefähr vier Wochen später bin ich damit zu einer Hautärztin gegangen. Dort bekam das Ganze einen Namen: Dellwarzen, molluscum contagiosum.

Rückblickend verstehe ich gut, warum man so kleine Knötchen am Anfang leicht übersieht oder für etwas anderes hält. Genau darum geht es in diesem Artikel: nicht darum, wie man Dellwarzen selbst sicher erkennt, sondern darum, was ich gelesen habe und warum ich die Beurteilung heute ganz bei Ärztinnen und Ärzten sehe.

Wie Dellwarzen in den Quellen beschrieben werden

Die American Academy of Dermatology, die große Fachgesellschaft der Hautärztinnen und Hautärzte in den USA, beschreibt Dellwarzen als kleine, feste Knötchen. Sie können nach dem, was ich dort gelesen habe, fast überall auf der Haut auftreten, an Handflächen und Fußsohlen aber nur selten.

Bei der Mayo Clinic habe ich gelesen, dass die Knötchen erhaben, rund und hautfarben sind, meist kleiner als etwa sechs Millimeter, und oft eine kleine Delle oder einen Punkt in der Mitte haben. Sie können sich auch rosa färben oder jucken.

Interessant fand ich, dass die Mayo Clinic zwischen Kindern und Erwachsenen unterscheidet. Bei Kindern treten die Knötchen dort meist im Gesicht, am Rumpf, an Armen oder Beinen auf. Bei Erwachsenen, die sich beim Sex angesteckt haben, eher im Genitalbereich, am Unterbauch oder an den Innenseiten der Oberschenkel. Die AAD schreibt außerdem, dass Dellwarzen auch an der feuchten Innenseite der Augenlider entstehen können.

Die kleine Delle in der Mitte gibt den Dellwarzen ihren deutschen Namen.

Laut DermNet erkennen Ärztinnen und Ärzte Dellwarzen meist schon am Aussehen, manchmal mithilfe eines Dermatoskops. Das ist eine Art beleuchtete Lupe, mit der man die Haut genauer betrachten kann.

Keine gewöhnlichen Warzen

Dass Dellwarzen keine gewöhnlichen Warzen sind, habe ich erst beim Lesen gelernt. In einer medizinischen Fachübersicht steht, dass Dellwarzen von einem Virus aus der Familie der Pockenviren ausgelöst werden. Gewöhnliche Warzen an Händen oder Füßen gehen dagegen, wie ich gelesen habe, auf Papillomviren zurück.

Der gemeinsame Wortteil „Warze“ führt leicht auf eine falsche Fährte. Für mich war es wichtig, das zu wissen, um Informationen im Internet richtig einzuordnen. Nicht alles, was man über Warzen liest, betrifft auch Dellwarzen.

Womit Dellwarzen verwechselt werden können

In einer medizinischen Fachübersicht habe ich gelesen, dass Dellwarzen anderen Hauterkrankungen ähneln können und die Diagnose dadurch schwieriger werden kann.

Das hat mich überrascht. Für einen Laien wie mich sieht ein kleines Knötchen schnell aus wie ein Pickel. Und wer im Intimbereich etwas entdeckt, denkt vielleicht zuerst an Herpes oder eine andere Infektion. Gerade deshalb finde ich es wichtig, sich nicht auf den eigenen Blick zu verlassen.

Dazu kommt, dass viele Bilder im Internet sehr eindeutige Fälle zeigen. Die eigene Haut sieht oft anders aus, vor allem am Anfang, wenn es nur ein oder zwei kleine Stellen sind.

Natürlich habe ich damals auch selbst nach Bildern gesucht und versucht, meine Haut damit zu vergleichen.

Ich habe bewusst darauf verzichtet, hier eine Liste mit Unterscheidungsmerkmalen aufzuschreiben. Ich bin kein Arzt. Eine solche Liste könnte den Eindruck erwecken, man könne es selbst sicher beurteilen. Nach allem, was ich gelesen habe, kann das nur eine Ärztin oder ein Arzt.

Wenn sich Stellen verändern

Ich habe außerdem gelesen, dass sich Dellwarzen im Verlauf verändern können. Manche röten sich, schwellen an oder entzünden sich. In einem Fallbericht aus dem Jahr 2025 wird so eine Rötung als mögliche Reaktion des Immunsystems vor dem Abheilen beschrieben. Eine Entzündung kann aber auch andere Ursachen haben. Mehr dazu steht im Artikel Dellwarzen jucken oder entzünden sich.

Für mich ist das ein weiterer Grund, Veränderungen ärztlich anschauen zu lassen, statt selbst zu raten.

Warum mir die ärztliche Diagnose wichtig ist

In einer britischen Leitlinie zur sexuellen Gesundheit habe ich gelesen, dass Dellwarzen bei Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem ausgeprägter verlaufen können. Bei ungewöhnlich vielen oder ungewöhnlich großen Stellen wird dort eine weitergehende ärztliche Abklärung beschrieben.

Nach allem, was ich gelesen habe, gehören Hautveränderungen zum Beispiel in diesen Situationen in ärztliche Hände:

  • wenn nicht klar ist, ob es überhaupt Dellwarzen sind,
  • wenn Stellen am oder in der Nähe des Auges auftreten,
  • wenn sich Stellen entzünden, stark röten oder schmerzen.

Das ist keine vollständige Liste und ersetzt kein Gespräch in einer Praxis. Welche Situationen die Quellen noch nennen, habe ich im Artikel Mit Dellwarzen zum Arzt zusammengetragen. Einen Überblick geben gesund.bund.de und der NHS.

Was ich daraus mitnehme

Bei mir hat erst der Besuch bei der Hautärztin dem Ganzen einen Namen gegeben. Ab da konnte ich gezielt nachlesen und Quellen vergleichen. Vorher hatte ich nur ein ungutes Gefühl und viele offene Fragen.

Wenn du gerade vor kleinen Knötchen stehst und nicht weißt, was es ist: Du bist damit nicht allein. Eine ärztliche Diagnose kann Klarheit bringen.

Nach zwei Jahren war es bei mir vorbei. Ob das Zufall war? Ich weiß es nicht. Wie es dazu kam, erzähle ich in meiner Geschichte.