Die Frage, die ich mir am häufigsten gestellt habe
Ich hatte rund zwei Jahre lang Dellwarzen. In dieser Zeit habe ich meine Haut vier- bis fünfmal am Tag kontrolliert. Einzelne Stellen wurden besser, aber es kamen neue dazu. Und jedes Mal stand dieselbe Frage im Raum: Wie lange dauert das noch?
Meine Hautärztin sagte mir damals, sechs bis achtzehn Monate oder länger seien nicht ungewöhnlich. Das war ehrlich, aber schwer auszuhalten. Später habe ich viel darüber gelesen. Was ich gefunden habe, schreibe ich hier auf. Es ist keine medizinische Einschätzung und ersetzt kein Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt.
Was klinische Leitlinien schreiben
Die Angaben in seriösen Quellen liegen erstaunlich weit auseinander. In der klinischen Leitlinie des Royal Children’s Hospital in Melbourne habe ich gelesen, dass die meisten Fälle innerhalb von sechs bis neun Monaten von selbst abheilen, die Stellen aber auch länger als ein Jahr bleiben können. Ganz verschwinden sie demnach erst, wenn der Körper eine Abwehrreaktion entwickelt, und das kann drei Monate bis drei Jahre dauern.
Eine Leitlinie des schottischen NHS Lothian nennt sechs bis achtzehn Monate, manchmal auch länger. Das ist fast genau der Zeitraum, den mir meine Hautärztin genannt hat. Die Apotheken Umschau schreibt, dass Dellwarzen meist nach einigen Monaten von selbst verschwinden, manchmal aber auch Jahre auf der Haut bleiben.
Die ausführlichsten Zahlen kenne ich aus einer britischen Langzeitstudie von 2015 mit über 300 Kindern: im Durchschnitt gut 13 Monate, bei 13 Prozent auch nach zwei Jahren noch Stellen. Genauer habe ich sie im Artikel Dellwarzen gehen nicht weg beschrieben.
Eine neue Studie aus dem Jahr 2025
Neu gelesen habe ich eine rückblickende Studie aus den USA, die 2025 in der Fachzeitschrift JAAD International erschienen ist. Die Forschenden haben Unterlagen von 252 Patientinnen und Patienten einer Klinik aus den Jahren 2013 bis 2023 ausgewertet und versucht, sie telefonisch zu befragen. Geantwortet haben 89 von ihnen.
Ohne Behandlung bestanden die Dellwarzen bei ihnen im Durchschnitt knapp zehn Monate, mit großer Spannbreite. Mit Behandlung waren es im Durchschnitt achteinhalb Monate. Einen deutlichen Unterschied zwischen beiden Gruppen fanden die Forschenden nicht. Sie weisen selbst darauf hin, dass die Datenlage zum Verlauf ohne Behandlung dünn und widersprüchlich ist.
Ein Punkt aus der Studie hat mich nachdenklich gemacht: Von den Befragten, die keine Behandlung hatten, berichtete knapp ein Viertel von Narben oder Veränderungen der Hautfarbe. Die Studie ist klein, und die Angaben beruhen auf Erinnerungen der Befragten. Trotzdem hat es mich überrascht, dass Dellwarzen offenbar nicht bei allen spurlos verschwinden.
Warum die Zahlen so unterschiedlich sind
Beim Lesen ist mir aufgefallen, dass die meisten Studien mit Kindern gemacht wurden; auch in der Studie von 2025 waren die Teilnehmenden im Durchschnitt etwa elf Jahre alt. Das britische NHS schreibt, dass Dellwarzen bei Kindern häufiger vorkommen. Zu Erwachsenen wie mir habe ich deutlich weniger gefunden.
Außerdem wird unterschiedlich gezählt: Manche Quellen beschreiben, wie lange eine einzelne Stelle bleibt, oft nur einige Wochen oder Monate. Die beiden Studien oben messen dagegen, bis gar keine Stelle mehr zu sehen ist.
Für mich war genau dieser Unterschied der Kern des Problems. Einzelne Stellen verschwanden durchaus. Aber weil immer wieder neue dazukamen, hat sich das Ganze über zwei Jahre gezogen. Warum das passieren kann, habe ich im Artikel Warum breiten sich Dellwarzen am eigenen Körper aus? aufgeschrieben.
Was ich daraus mitnehme
Durchschnittswerte sagen wenig darüber, wie es bei einem selbst verläuft. Neun Monate, dreizehn Monate, zwei Jahre: Nach allem, was ich gelesen habe, kommt all das vor. Für mich war das wichtig zu verstehen: Ein langer Verlauf heißt nicht, dass man etwas falsch macht. Das hätte ich am Anfang gern gewusst.
Bei mir war nach rund zwei Jahren nichts mehr zu sehen. Ob das Zufall war? Ich weiß es nicht. Wenn es bei dir länger dauert als erhofft, oder wenn dich der Verlauf belastet, ist eine Hautärztin oder ein Hautarzt die richtige Ansprechperson.